Die Angedacht!-Manuskripte vom 15. bis 20. Juni 2026

Autor: Uwe Burkert, Speyer


Thema: Wie im Fußball: Was verbindet – was unterscheidet?

Montag, 15. Juni 2026, 6:40 Uhr

Findet Ihr auch: Fußball ist wie das richtige Leben? Mal gerecht, aber auch oft ungerecht? Manches könnt Ihr Euch erarbeiten, für anderes braucht Ihr Glück. Und manches bleibt – einfach nicht zu erklären. Wie im richtigen Leben eben. Auch – dass Euch Fußball verbindet mit anderen und zugleich trennt von anderen. Denn Fußballfans begeistern sich für dasselbe, Fußball, und drücken zugleich unterschiedlichen Vereinen die Daumen oder Nationalmannschaften: das trennt sie voneinander. So isses auch mit vielem anderen. Alle Menschen haben eine Hautfarbe: das verbindet sie. Aber die jeweilige konkrete Hautfarbe: unterscheidet sie. Alle Menschen haben einen Körper. Aber der jeweilige konkrete Körper: ist ganz individuell und verschieden von den anderen Körpern. Viele Menschen gehören einer Religion an. Aber welcher Religion konkret: das unterscheidet Muslime von Hindus von Christen von Juden von Buddhisten und von allen anderen Religionen. Die Bibel definiert nicht zufällig gleich am Anfang sehr deutlich das, was alle Menschen verbindet: sie sind Gottes Ikonen, Gottes Ebenbilder. Jeder Mensch auf eigene, konkrete, individuelle, persönliche Weise: Frauen, Männer, Junge, Alte, Kranke, Gesunde – Ihr könnt die Reihe unendlich fortsetzen. Wäre das nicht eine gute Idee: viel mehr und vor allem zu betonen, was Menschen verbindet – auch wenn sie dabei sehr unterschiedlich sind und verschieden bleiben?


Thema: Unterschiede vereinen – nicht nur die Equipe Tricolore!

Dienstag, 16. Juni 2026, 5:40 Uhr

Guckt Ihr auch Fußball heute Abend: Frankreich gegen Senegal? Im Trikot des französischen Teams steht innen unterm Kragen auf Französisch: "Unsere Unterschiede vereinen uns." Oder "verbinden uns" wäre auch eine mögliche Übersetzung. "Unsere Unterschiede vereinen uns." Dafür müsst Ihr allerdings erst mal die Luft anhalten. Denn spontan "nerven" oft die anderen, die Euren Musikgeschmack nicht teilen, die Berufe haben, mit denen Ihr nix anfangen könnt, Typen, die schon rein äußerlich gar nicht Euer Style sind. Das weckt schnell Abwehrreaktionen: mit denen nicht; Ihr grenzt Euch ab - von denen da. "Unsere Unterschiede vereinen uns." Habt Ihr mal überlegt, dass die anderen auch nur Ihr Leben leben wollen – und dass sie genau das mit Euch gemeinsam haben? Wie dieses Leben aussehen soll – darüber gibt es so viele unterschiedliche Vorstellungen wie Menschen auf der Erde. Aber dass jeder Mensch so leben möchte, wie er oder sie sich das wünscht, das verbindet Euch mit allen anderen. Die Bibel setzt da noch eins drauf, wenn's gleich im ersten Kapitel heißt: Jeder Mensch ist ein Abbild, ein Ebenbild Gottes. So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich sie aussehen und leben – das verbindet sie, das haben sie gemeinsam, alle mit allen und jeder mit jedem. "Unsere Unterschiede vereinen uns." Oder – etwa nicht?


Thema: Wie der Fußball-Heilige: Fair und ausdauernd!

Mittwoch, 17. Juni 2026, 5:40 Uhr

Er hat gerade alle Hände voll zu tun bei der Fußball-WM: Aloisius Scrosoppi! Aloisius – wer? Aloisius Scrosoppi! Ja, der Patron für alle, die Fußball spielen. Aus Udine in Italien. Wurde 1827 zum Priester geweiht und hat sich zeitlebens vor allem gekümmert um Waisenkinder und kranke Kinder. Sein Motto: "Arbeite, leide und schweige." Vor 16 Jahren, im Weltmeisterjahr 2014 - wurde Scrosoppi zum Schutzheiligen ernannt für Fußballernde. Weil er sich vorbildlich für die Jugend eingesetzt hat, damit alle ihre faire Chance bekommen: mit Ausdauer, Fleiß, Durchhaltevermögen und sehr zielstrebig. Gerade richtig also, um auch Fußballerinnen und Fußballern ein Vorbild zu sein. Und nicht nur denen. Denn Schutzheilige und Schutzpatrone sind ja keine Super-Frauen und Super-Männer, die abrakadabra alles Böse abwehren und dafür sorgen, dass Ihr sorglos überall durchkommt und dass Euch rein gar nix mehr in die Quere kommen kann. Schutzpatrone und Schutzheilige sind vor allem Vorbilder, an denen Ihr Maß nehmen könnt, nehmen sollt - nicht müsst. Ihr seid so frei: es zu tun oder zu lassen. Drauf zu pfeifen auf das Vorbild oder es genauso zu machen wie Scrosoppi und es wenigstens zu versuchen: Euch einzusetzen für andere, die Eure Unterstützung brauchen können, mit Ausdauer und Fleiß, Fairness und Durchhaltevermögen!


Thema: Wie im Fußball: Was könnt Ihr beeinflussen – was nicht?

Donnerstag, 18. Juni 2026, 5:40 Uhr

Findet Ihr auch: Fußball ist wie das richtige Leben? Mal gerecht, aber auch oft ungerecht? Manches könnt Ihr Euch erarbeiten, für anderes braucht Ihr Glück. Und manches bleibt – einfach nicht zu erklären. Wie im richtigen Leben eben. Mal strampelt Ihr Euch ab – und raus dabei kommt nicht wirklich viel. Ein anderes Mal läuft's wie am Schnürchen, was Ihr Euch vorgenommen habt geht locker von der Hand: ja, wow – fühlt sich richtig gut an! Und warum die eine 'nen Topjob erwischt, 'n anderer nicht: das ist nicht immer klar zu erklären … und auch nicht immer gerecht. Was sagen Fußballer:innen dann zum Beispiel gerne? "Das Glück, das du brauchst, musst du dir auch erarbeiten." Und treffen damit ganz gut, was auch spirituelle Meisterinnen und Meister empfehlen. Beispiel: "Handle so, als ob alles von dir selbst abhängt. Und handle zugleich so, als ob alles von Gott abhängt." Da ist beides drin: Euer Zutun – und was noch dazukommt, dazukommen muss, damit was klappt. Hat Ignatius von Loyola so formuliert, der hat den Jesuitenorden gegründet. Oder Thomas Morus: der bittet Gott um "Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Da ist auch beides drin: mal voller Einsatz, ein andermal - lass mal lieber. Wie im Fußball, oder? Was könnt Ihr beeinflussen – was nicht? Und wie unterscheidet Ihr beides?